Bildhauerei und Skulptur
„Ahnengalerie"
2025
33 Apfelportraits unter Glas, beleuchtet
serielle Anordnung
Eine Hommage an die Vielfalt der Apfelsorten. Jede Sorte bringt ihre eigenen Eigenschaften mit sich – genau wie die Charaktere der Verwandtschaft.
weiterlesen
Was normalerweise nach dem Essen übrig bleibt, ist der Apfelbutzen, das Kerngehäuse mit seinen fünf Kammern. Ein Überrest, der oft achtlos entsorgt wird: gefasst am Stiel oder zwischen gespreizten Fingern in hohem Bogen ins Gras, in den Mülleimer oder auf den Kompost geworfen. Doch genau am Apfelbutzen setzt sie mit ihrer künstlerischen Arbeit an, mit einer ganz speziellen Zielsetzung – und entfaltet vor uns ein ganzes Panoptikum.
Der Apfel wird geschält, geschnitzt, mit Augen, Ohren und einer Nase versehen, bis ein charakteristischer Kopf entsteht. Zunächst noch glatt und prall, überlässt sie ihn seinem natürlichen Wandel. Das heißt: Zeit und Natur vollenden das Werk.
Wie eine majestätische Galionsfigur thront der getrocknete und verschrumpelte Butzen schließlich auf einem schlichten Sockel – als Zeugnis der Vergänglichkeit. Und er ist nur ein kleiner Teil eines faszinierenden Ensembles: Eine Galerie aus dreißig charakterstarken Porträts, intime Abbilder von Familienangehörigen.
Doch nicht die exakte Ähnlichkeit zu den dargestellten Verwandten ist das Ziel. Vielmehr erhebt sie die Vielfalt des natürlichen Alterungsprozesses zum zentralen Thema, stellt das Einzigartige und Unnachahmliche heraus, aber auch das Berührende, das dem Verfall innewohnt – das Geheimnis der Metamorphose.
„Apfelhüllen"
2024
7 keramische Objekte
Gebrannter Paperclay
10 x 10 cm
Sieben Apfelhüllen aus gebranntem, hellem, unglasiertem Ton liegen jeweils auf einem kleinen weißen Sockel.
weiterlesen
Zerbrechlich, hauchdünn, in der Mitte ein dunkles Loch – eine tiefe Leere. Die in der Struktur erkennbaren Apfelformen bleiben unregelmäßig, instabil.
Die schlaffe Haut scheint im nächsten Moment zusammenzusinken – ein Bild von Seelenleere. Eine reduzierte, berührende Arbeit.
„Harte Kost"
2025
Brot, genäht
90 × 60 × 40 cm
Ständer: Holz und Metall, 120 cm
Die Weste aus Brot greift ein existenzielles Material auf: als Nahrungsmittel steht es für Überleben und Mangel zugleich.
weiterlesen
In ihrer warmen, zurückhaltenden Farbigkeit erscheint die ärmellose Form zunächst harmlos, beinahe alltäglich. Erst bei näherer Betrachtung offenbart sich die Konstruktion: aus noch formbarem Brot genäht, bestehend aus Rücken- und Vorderteilen, präsentiert auf einer reduzierten Trägerstruktur aus Holz und Metall.
Das vielteilige, applizierte Gefüge der Oberfläche evoziert Assoziationen an eine Militärweste – eine subtile Verschiebung vom Versorgenden zum Bedrohlichen.
„Drei Grazien"
2023
Armierungsstahl, Beton
Künstliche Lebensmittelfarbe
je 2,5 m hoch x 1,5 m breit
Die Arbeit übersetzt die drei Fäden des Crocus sativus (Safran) in übermenschlich große Skulpturen.
weiterlesen
Im Fokus stehen Form, Kraft und physikalische Präsenz dieses jahrtausendealten Farb- und Aromastoffs. Die humanoide Dreiteiligkeit der Installation verweist sowohl auf die bis heute aufwendige Handernte von Safran als auch auf die drei aus dem Blütenkelch hängenden Narben, die sich im Wind bewegen.
„Crocin"
2023
Paperclay
Lebensmittelfarbe / Safrangelb
Durchmesser 50 cm
زعفران في المطبخ والأصفر في الطبق الأرجواني في الحقل والأحمر
Safran
Lila auf dem Feld
Rot in der Küche
und gelb im Gericht
Arabisches Sprichwort
Der Crocus sativus ist ein botanisches Wunder von intensiver Farbigkeit und außergewöhnlichem Aroma.
weiterlesen
Jede Blüte enthält drei zarte Narben, die bei der Ernte sorgfältig von Hand gewonnen und getrocknet werden. Kaum vorstellbar, wie aufwendig dieser Prozess ist – während sich zuhause Safran oft unscheinbar in kleinen Dosen findet. Der enthaltene Farbstoff Crocin zählt zu den kostbarsten natürlichen Pigmenten und färbt Speisen in ein intensives Goldgelb.
„organical structure"
2023
Paperclay
gebrannt
170 x 80 cm
Organische Strukturen stacheln die Neugier der Betrachter an: Sie wecken unser Begehren, die Geheimnisse darin zu entdecken. Ob man sich davor oder dahinter befindet, bleibt jedoch offen.
© 2026 Regine Weimar • mehr Werke auf Instagram